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Vierge en gloire. Die mittelalterlichen Glasfenster von Romont in Restaurierung

23. Mai – 29. August 2010

Glasfenster erfüllen Kirchen mit Himmelslicht. Ihre funkelnden Bilder erzählen biblische Geschichten und Heiligenlegenden, sie führen wie Leuchtzeichen durch die sakralen Räume. Ganz selten kann man Glasmalereien aus der Nähe betrachten – etwa alle 100 Jahre, wenn sie restauriert werden. Da überraschen Schwarzlotzeichnungen von ungeahnter Feinheit und Schönheit. Das kostbare Hüttenglas offenbart seinen Farbenreichtum, und man sieht, wie es mit Metallstrukturen zu plastischen Werken gefügt wurde, denen das Licht und die Transparenz eine wunderbare Lebendigkeit verleihen.

Flickstücke erinnern an die Geschichte der zerbrechlichen Farbfenster, erschreckende Verwitterungen zeigen ihre Gefährdung. Die Glasmalereien aus dem 14. – 16. Jahrhundert der mittelalterlichen Kollegiatskirche von Romont zählen zu den kostbarsten Farbfenstern der Schweiz. Ihre Marienbilder, zu Ehren der Kirchenpatronin gestiftet, sind berühmt und verehrt. Die früheste Madonna steht den Glasmalereien von Königsfelden nahe, von der um 1455 geschaffenen Verkündigung und Maria im Strahlenkranz kennt man als grosse Seltenheit den Namen des Künstlers, Agnus Drapeir. Gegenwärtig sind sechs Fenster in Restaurierung und werden im Vitromusée gezeigt, dank dem Entgegenkommen der Kirchgemeinde. Im Atelier des Museums können die Besucher – zu bestimmten Zeiten – die Arbeiten der Glasmalereirestauratoren mitverfolgen. Eine Dokumentation begleitet die Werke, und die Ausstellung wird nach und nach durch die Ergebnisse der konservatorischen und kunsthistorischen Untersuchungen ergänzt.

Vitromusée Romont – Au Château – Postfach 150 – CH-1680 Romont – Tel. +41 (0)26 652 10 95 – Fax +41 (0)26 652 49 17 – cr:vasb:ivgebzhfrr.pu