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Gian Casty. Glasmalereien

16. Oktober 2011 – 12. Februar 2012

Ein Clown, der liebevoll seinen Esel umarmt, ein majestätischer Löwe, ein stolzer Drache, der ein Wappen präsentiert, Adam und Eva, die sich von der Schlange verführen lassen oder die Muttergottes, die zärtlich ihr Kind trägt: Aus den Glasfenstern von Gian Casty (1914-1979) leuchtet eine erfrischende Poesie. Unsere Fantasie wird beflügelt so wie die vielen Vögel – das Lieblingsthema des Künstlers –, mit ihrer Farbenpracht seine Werke lebendig machen.

Der in Zuoz (Graubünden) geborene Casty liess sich ab 1933 in Basel nieder. Fasziniert von ihrer Materialität und von der Idee, seine Glasbilder selbst ausführen zu können, schloss er die künstlerische Ausbildung in Chur und Paris mit einer Glasmalerlehre ab. Sein handwerkliches Können erlaubte ihm eine grosse Unmittelbarkeit bei der gestalterischen Arbeit, von der ersten Skizze bis zum Einbau des Farbfensters. Mit Schwarzlot modulierte er raffiniert das Licht und brachte die unbemalten Stellen des Farbglases umso mehr zum Leuchten. Zwischen 1953 und 1979 schuf er Glasfenster in über vierzig Gebäuden in Graubünden und in der Deutschschweiz, dazu entstanden beinahe 300 Einzelscheiben. Casty gehörte zu jener Avantgarde der Schweizer Kunstszene, welche die Glasmalerei als vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmittel wiederentdeckte. Es ist an der Zeit, sich dieser fruchtbaren und zukunftsweisenden Phase in der Geschichte der modernen Glasmalerei zu erinnern.

Mit über fünfzig Glasgemälden, begleitet von graphischen Vorarbeiten, zeugt die Ausstellung von der berührenden Sensibilität und Originalität des Künstlers. Seine eingebauten Fenster werden durch Bildprojektionen vergegenwärtigt. Eine zur Ausstellung ausgestrahlte Reportage des rätoromanischen Fernsehens über Gian Casty und dessen Werke im Graubünden ergänzt die Retrospektive.

Als Premiere wird zur Ausstellung eine ausführliche Buchpublikation über das glasmalerische Werk des Künstlers präsentiert, dem der Autor Ulrich Wismer eine Pionierarbeit gewidmet hat.

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