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Ans Licht!

Schätze aus der Glasmalerei-Werkstatt Röttinger (1848-1947)

24. Januar-12. April 2015

Nie mehr seit dem Mittelalter erlebte die Glasmalerei eine Blüte wie in der Zeit von 1830 bis zum Jugendstil. Die Kirchen erstrahlten neu im Licht bunter Fenster, Kunstverglasungen prägten Stadtquartiere, man traf sich im Schein leuchtender Glasbilder in Gaststuben und schmückte sein Haus mit Wappenscheiben. 

Die Glasmaler brachten die alte Kunst wieder auf einen hohen Stand. In ihren Werkstätten sammelten sich Schätze aus Wissen und Dokumenten, die jedoch stets im Schatten der ausgeführten Glaswerke blieben. Als später die Kunst des 19. Jahrhunderts als Kitsch und „Bierflaschengotik“ verschrien wurde, fielen nicht nur zahlreiche Glasmalereien, sondern fast alle Werkstattnachlässe den Räumungen zum Opfer. Über viele Glaskünstler jener Zeit weiss man fast nichts mehr.

Ein Glücksfall ist daher das Schicksal des Nachlasses der Glasmalerfamilie Röttinger in Zürich. Von 1848 bis ins 20. Jahrhundert gehörte sie zu den wichtigsten Ateliers in der Schweiz. Ihr gesamter Nachlass von Hunderten von Entwürfen und Ausführungskartons, ihre reichen Vorlagensammlungen, aber auch ihr Geschäftsarchiv wurden von den Nachkommen aufbewahrt und befinden sich heute in der Zentralbibliothek Zürich. Der seltene Schatz wurde in einem Forschungsprojekt des Vitrocentre Romont gehoben und kommt dank dem Entgegenkommen der Zentralbibliothek mit der Ausstellung erstmals wieder ans Licht. Eine Auswahl der schönsten Vorlagen, Entwürfe und Ausführungs-Kartons beleuchtet die wenig bekannte gestalterische Vorarbeit für die Glasfenster. Seltene Dokumente geben einen Einblick in eine Werkstatt des 19. Jahrhunderts, von der Arbeitsweise der Glasmaler bis zu ihren Kundenbeziehungen in der ganzen Schweiz.

Vitromusée Romont – Au Château – Postfach 150 – CH-1680 Romont – Tel. +41 (0)26 652 10 95 – Fax +41 (0)26 652 49 17 – cr:vasb:ivgebzhfrr.pu